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Datenklau lässt Klimaskeptiker jubeln

Was für enorme politische Auswirkungen das Hacken und Veröffentlichen von E-Mails haben kann zeigt die Meldung vom 06.12.2009, wonach wenige Tage vor dem Klimagipfel in Kopenhagen Computerhacker E-Mails von renommierten Klimaforschern der Universität von East Anglia in Norwich veröffentlicht haben (siehe z.B. entsprechende Webseite der ARD).

Die Hacker veröffentlichten rund 1000 E-Mails und 3000 Dokumente der Forscher. Darin wurden brisante Aussagen wie Fakt ist, dass wir die mangelnde Erwärmung nicht erklären können gefunden sowie Äußerungen, dass ein "Trick" zur Bearbeitung der Daten benutzt worden sei.

Unabhängig von der (klima)politischen Bewertung des Vorgangs ist der Umstand, dass es Hackern gelungen ist, auf diese E-Mails zuzugreifen, nur zum Teil mit mangelhaften Schutzvorrichtungen zu erklären. Sicherlich können diese verbessert werden, aber dass die Universität ins Visier der Hacker geraten ist hängt auch damit zusammen, dass sie ihre Forschungsdaten trotz Verlangen der Öffentlichkeit nicht zugänglich machte. Begründet wurde dies wenig überzeugend damit, dass die Temperaturdaten nicht ohne Einwilligung der jeweiligen meteorologischen Dienste herausgegeben werden könnten, die sie ermittelt hätten.

Der Versuch, Informationen vorzuenthalten, wird immer Kräfte mobilisieren, denen mit technischen Mitteln und überschaubarem und leistbarem Aufwand nur begrenzt Widerstand entgegengesetzt werden kann. Wird dieser überwunden, wird man zudem davon ausgehen müssen, dass dabei weit mehr Informationen "frei" werden als die, die man geheimzuhalten suchte.

Dies zeigt, dass für eine sinnvolle Gestaltung der Informationsgesellschaft der Datenschutz als Pendant Informationsfreiheit braucht. Nur der Schutz von persönlichen Daten und ein möglichst freier Zugang zu allen anderen Informationen hat die Chance, die breite Akzeptanz zu finden, die solchen Hacker-Aktionen den Boden der offenen oder heimlichen Zustimmung der jeweiligen interessierten Kreise entzieht.